Elektrographit
Während der Graphitierung ändert sich die Struktur des Kohlenstoffs mit zunehmender Temperatur. Größe und Perfektion einzelner Graphitkristallite nehmen zu und die Reinheit des Werkstoffs steigt immer weiter an, da nahezu alle Verunreinigungen verdampfen. Gleichzeitig verbessern sich im Graphitierprozess die thermische und elektrische Leitfähigkeit sowie die Oxidationsbeständigkeit. Die mechanischen Eigenschaften wie Härte und Elastizitätsmodul und Festigkeit nehmen hingegen ab. Die Steigerung der kristallinen Ordnung zeigt sich auch in der Erhöhung der Dichte und der Verminderung des thermischen Ausdehnungskoeffizienten. Besondere Eigenschaften lassen sich durch die Verwendung mineralischer Zuschlagstoffe, Metallpulver oder durch abschließende Imprägnierungen zum Beispiel mit Kunststoffen erzielen.
Mengenmäßig sind zwar die Elektroden in der Aluminium- und Stahlherstellung das wichtigste Einsatzgebiet von Elektrographit, doch verbergen sich technologisch in den Spezialanwendungen die deutlich höheren Anforderungen. In der Halbleiterindustrie etwa spielen hochreine Graphitwerkstoffe eine herausragende Rolle sowohl im Bereich der Einkristallzucht als auch beim Waferhandling. Elektrographite finden auf Grund ihrer hohen Reinheit und guten Leitfähigkeit zudem Anwendung in der Medizin- und Analysentechnik. Im Alltag am häufigsten anzutreffen, sind Kohlebürsten, die den elektrischen Kontakt in den Elektromotoren fast aller Haushaltsgeräte, vielen Niederspannungsmotoren im Auto bis hin zu den Großmotoren in Lokomotiven herstellen.






